Fachverband elastischer Bodenbelagshersteller - FEB e. V.

Der neue Vorsitzende des FEB – Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e. V., Volkmar Halbe hatte zur ersten Mitgliederversammlung unter seiner Ägide eingeladen. Zum ersten Mal trafen sich Mitglieder und Förderer des FEB über den Zeitraum von zwei Tagen, am 28. und 29. Oktober 2019 in Köln.

 

FEB Mitglieder im Objectflor Campus

Auf Einladung von Stephan Wolff (Objectflor) nutzten die FEB Mitglieder den neuen multifunktionalen Objectflor Campus. Eine wirklich coole Location mit dem Potenzial, zur Netzwerk-Plattform zu werden.

Volkmar Halbe, der seit Anfang Mai den FEB leitet, berichtete über Veränderungen im FEB, zukünftige Ausrichtung und Fokussierung und leitete eine insgesamt sehr dynamische Veranstaltung.

Absatz elastische Bodenbeläge wächst weiter

Auszüge der Studie „Branchenfokus Bodenbeläge 2019“ des IFH Köln gaben den passenden Wirtschaftsrahmen. „Der jahrelang gewohnte konjunkturelle Rückenwind für Bodenbeläge verpufft allmählich und hatte 2017 seinen Höhepunkt“ führte Halbe aus. „Völlig anders sieht das jedoch beim Absatz der elastischen Bodenbeläge aus, die 2018 deutlich zunehmen konnten.“

 

Aus AK Marketing wird „Markt + Wissen“

Tilo Höbel (Tarkett) präsentierte als Vorstand und Sprecher des AK (Arbeitskreises) Marketing die Ergebnisse der Gruppe. Zukünftig wird der Arbeitskreis sich noch intensiver auf Markttransparenz und Wissenstransfer konzentrieren. Die eigenen Leistungen, wie z. B. das Kompendium FEB Technic Explorer und Ergebnisse aus dem AK Technik sowie die vielen Vorteile der elastischen Bodenbeläge sollen noch intensiver kommuniziert werden. Zusätzlich sind Ad-hoc-Veranstaltungen zu aktuellen Themen geplant. Deshalb trägt der AK ab sofort den Namen „Markt + Wissen“.

Aus dem AK Technik berichtete Stephan Wolff (Vorstand und Sprecher des Arbeitskreises Technik im FEB). Er hob die Technische Information Nr. 4 zum Thema Werterhalt durch Sauberlaufzonen hervor: „Bei der Planung und Sanierung sollten Sicherheit, Werterhalt und Reinigungsaufwand von Bodenbelägen mithilfe eines Sauberlaufsystems unbedingt berücksichtigt werden.“

Zukunftsthema Kreislaufwirtschaft

Mit aktuellen Nachrichten aus Brüssel angereist: Jane Gardner, Geschäftsführerin des ERFMI (European Resilient Flooring Manufacturers Institute), dem europäischen Verband für elastische Bodenbeläge berichtete von der Ende September beschlossenen freiwilligen Aktion:

 

Circular Plastics Alliance

Über 100 Unternehmen aus der Kunststoff-Wertschöpfungskette unterzeichneten eine Erklärung mit dem Ziel, bis zum Jahr 2025 zehn Millionen Tonnen Recycling-Kunststoff in neuen Produkten zu verwenden. So soll erreicht werden, dass sich künftig deutlich mehr Rezyklate in Produkten wiederfinden als aktuell.

Jane Gardner verwies auch auf die bestehenden Recyclingmöglichkeiten: Seit fast 30 Jahren betreibt die AgPR (Arbeitsgemeinschaft PVC Recycling) in Troisdorf eine Recycling-Anlage und seit 2009 sammelt Recofloor in UK Verlegereste und Alt-PVC-Fußböden.

Außerdem berichtete Gardner über ein engagiertes Forschungsprojekt über vier Jahre, das im Juni 2019 startete:

 

H2020 – Circular Flooring Project

H2020 ist ein Recyclingverfahren, dass Weichmacher aus der PVC-Matrix entfernt und recyceltes PVC mit höchster Qualität gewinnt sowie die alten Weichmacher zu neuen, phthalatfreien Weichmachern aufbereitet.

 

Müll vermeiden – Stoffe wiederverwenden

„Sammelsystem und Recycling sind die Basis für eine Kreislaufwirtschaft. Doch über dem steht die Vermeidung von Müll und dafür sind elastische Bodenbeläge mit ihrer langen Haltbarkeit bestens geeignet,“ resümierte Jane Gardner.

Bei der danach folgenden Abendveranstaltung wurden viele Tagungspunkte noch mal aufgegriffen und erneut diskutiert, bevor es am zweiten Versammlungstag, nach kurzer Zusammenfassung durch Volkmar Halbe, wieder mit dem aktuellen Thema „Plastik im Brennpunkt“ begann.

 

AGPU – Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt

Thomas Hülsmann, Geschäftsführer der AGPU e. V. referierte über den zukunftsfähigen Werkstoff PVC und das starke Netzwerk
der AGPU. Gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen hat die AGPU bereits früh auf Kreislaufwirtschaft und Recycling gesetzt und so die Weichen für ressourcenschonende Materialkreisläufe gestellt und dafür gesorgt, dass der Werkstoff PVC ein Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit ist.

 

Seit fast 30 Jahren PVC-Recycling in Deutschland

Bereits 1990 haben sich PVC- und Bodenbelagshersteller zusammengeschlossen und die Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR) gegründet. Noch im selben Jahr nahmen sie die erste Recycling Anlage Betrieb. Nach der Testphase, Ende 1993, errichtete die AgPR eine technisch weiterentwickelte und ausgereifte Recycling-Anlage in Troisdorf bei Köln.

Die AGPU vertritt in Deutschland die Aktivitäten der „VinylPlus“. Das ist die freiwillige Selbstverpflichtung der europäischen PVC-Industrie mit konkreten Zielen zur nachhaltigen Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette. Durch Vinyl Plus wurden seit 2000 gesamt 5 Millionen Tonnen PVC recycelt und 10 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Im Rahmen der neuen EU-Kunststoffstrategie werden zukünftig jährlich 900.000 Tonnen PVC recycelt und ab 2025 steigt die Quote auf 1 Million Tonnen.

 

AGPU Recycling-Finder

Die AGPU bietet einen Wissenspool und bringt die beteiligten Organisationen und Personen z. B. in Workshops zusammen. Mit dem Recycling-Finder (www.pvc-recycling-finder.de) wird so z. B. die Wiederverwertung der PVC-Produkte organisiert.

FEB World Café

Den Schwerpunkt des zweiten Tages bildete ein Workshop zu den aktuellen Herausforderungen des Fachverbandes. In lockerer Atmosphäre mit lebendigen Dialogen wurden in kleinen, wechselnden Gruppen Ansätze für zukünftige Aufgaben des FEB erarbeitet.

Mitglieder und Fördermitglieder formulierten und visualisierten gemeinsam Erfahrungen, Erwartungen, Aufgaben und Lösungen auf vorbereiteten Tischdecken. Anschließend folgte eine Zusammenfassung mit allen Teilnehmern der Versammlung.

Die interaktive Mitarbeit machte allen Teilnehmern viel Spaß und „bietet eine gute Basis um zukünftige Themen und Aufgaben zu bestimmen und zu gewichten“ fasste Volkmar Halbe zusammen.

FEB e. V. World Café
World Café Arbeitsteam v.l.n.r.: Rüdiger Dicke, Markus Dünkelmann, Georg Hauer, Norbert Lauhöfer, Andreas Balzer
FEB e. V. World Café
World Café Präsentation der Ergebnisse
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