Arbeitskreis “Produkt- und Anwendungstechnik” zu Gast beim TFI in Aachen

Aktuelles | 27. 03. 2026

AK Technik zu Gast beim TFI in Aachen

Jens-Christian Winkler (Leiter Zertifizierungsstelle) mit weiteren Kolleginnen vom TFI Aachen, Bernd Greve (Sprecher des AK Technik im FEB) und Volkmar Halbe (Vorsitzender des FEB) freuten sich wieder über eine sehr hohe Beteiligung aus dem Kreis der Mitglieder und Förderer des FEB. Fast 25 Produkt- und Anwendungstechniker waren zum TFI gereist, um sich auszutauschen und sich zu informieren.

Neues aus der Normung

Daniel Wiegel, Leiter Service und Anwendungstechnik bei der Gerflor Mipolam ist beim FEB der Ansprechpartner für Themen aus der Normung. Er berichtete und erläuterte zu diversen Aktivitäten, wie zum Beispiel über

  • DIN-Normenausschuss Kunststoffe (FNK), 54. Sitzung
  • Nationales Abstimmungsergebnis Formelle Abstimmung DIN EN 688
  • ISO/TC 219 „Floor coverings“

Zertifizierungssysteme – Was sagen Sie aus?

Dr. Marion Gebhardt, beim TFI Ansprechpartnerin für den “Produktpass Nachhaltigkeit” verantwortlich, referierte über Nachhaltigkeitslabel und den Produktpass vom TFI.

Dabei wurde kritisch hinterfragt:

– Was sind Label?
– Unterschiede Produkt-und System-und Prüflabel
– Systemlabel

– Wofür werden Label eingesetzt?

– Nicht alle Label halten, was sie versprechen!

– Label und Greenwashing

– Wie erkenne ich seriöse Label?

Frau Dr. Gebhardt präsentierte und bewertete sehr sachlich viele Label aus der Baubranche. Sie beleuchtete auch die Herstellersicht mit der Frage: Soll ich mich oder mein Produkt zertifizieren lassen? Und natürlich wurden auch die Vorteile des “Produktpass Nachhaltigkeit” vom TFI präsentiert. Der Pass gibt einen übersichtlichen und unabhängig geprüften Überblick zu den Nachhaltigkeitsleistungen von Bauprodukten für den Innenraum.

Insgesamt ein sehr spannender Vortrag mit vielen Informationen, hier kurz zusammengefasst:

  • Label können helfen und gleichzeitig verwirren
  • Für jeden Wunsch ein Label – Erleichterung bei bestimmten Anfragen
  • Vielzahl an Hilfestellungen vorhanden, doch es gilt Augen auf und mit denken!

Die neue EU-Bauprodukteverordnung

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der umfangreiche Vortrag von Dr. Jens-Christian Winkler zur neuen EU-Bauprodukteverordnung. Die neue CPR 2024 (CPR = Construction Product Regulation) wurde eingeführt, um die bisherige Verordnung schrittweise zu ersetzen. Sie wird bis spätestens 2040
vollständig aufgehoben.

Bis dahin behalten die bestehenden Regelungen ihre Gültigkeit, bis neue harmonisierte Normen gemäß CPR 2024 eingeführt werden.

Die neue EU-Bauprodukteverordnung fördert Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft im Bausektor. Sie vereinfacht den freien Warenverkehr durch harmonisierte Normen, stärkt die Umweltanforderungen durch verpflichtende CO₂-Fußabdruck-Berechnungen und beschleunigt durch digitale Produktpässe die Innovation.

Wesentliche Vorteile

  • Nachhaltigkeit und Klimaschutz: Die Verordnung zwingt zu mehr Ressourcenschonung, fördert die
    Kreislaufwirtschaft und reduziert schädliche Bauabfälle.
  • Transparenz durch digitale Informationen: Ein wesentlicher Vorteil ist die Einführung digitaler
    Produktpässe und verbesserter Umweltinformationen (CO₂-Bilanz).
  • Beschleunigung: Der verstärkte Einsatz von vorgefertigten, modularen Elementen wird unterstützt.
  • Stärkung des Binnenmarktes: Einheitliche EU-weite Normen bauen Handelshemmnisse ab.
  • Verbraucherschutz: Durch klare Leistungs- und Konformitätserklärungen (DoPC) wird die Qualität
    und Sicherheit von Bauprodukten erhöht.
  • Digitaler Wandel: Die neuen Regeln fördern digitale Methoden im Bauwesen.

Die neuen Anforderungen helfen Planern, Architekten und Bauherren dabei, umweltverträgliche und zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen.

Die Verordnung (EU) 2024/3110 gilt in weiten Teilen ab dem 8. Januar 2026.

BU: Dr. Jens-Christian Winkler, TFI, Leiter Zertifizierungsstelle

Aktuelle Themen und Aufgaben

Weitere Impulse und Vorschläge von den Teilnehmern zu allgemeinen anwendungstechnischen Herausforderungen wurden offen diskutiert, dazu gehören die Ergänzung des FEB Technic Explorer oder der Wissensdatenbank auf der Website des FEB, der Arbeitsschutz im Bodenhandwerk bis hin zur Ausbildungsinitiative „Das ist Bodenhandwerk“.

Fazit:

Das war wieder eine FEB typische Veranstaltung mit offenem, transparentem Austausch und Wissenstransfer zum Vorteil der gesamten Verarbeitungskette.

Für weitere Presse-Informationen:

wellcomm. Gute Kommunikation!

Uwe Viebrock

Mobil: +49 171 7400 731
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